30. September 2019 – Interview mit neu gegründeten Beirat der Real Exchange

  1. Herr Forster, Herr Dr. Pörschke, Sie bilden den neu gegründeten Beirat der Real Exchange AG (REAX). Die REAX wirkt als Placement Agent im Primärmarkt und künftig nach erfolgter Lizenz auch im Sekundärmarkt bei der Umplatzierung von Fondsanteilscheinen. Was macht das Geschäftsmodell so interessant für Sie?

Pörschke: Institutionelle Immobilieninvestoren stehen aktuell vor einem Luxusproblem: In der langanhaltendenden Niedrigzinsphase werden große Summen Geld in den Markt gespült, die gewinnbringend angelegt werden sollen. Zugleich handelt es sich bei institutionellen Immobilienanlegern in Deutschland mehrheitlich um traditionsreiche Gesellschaften mit entsprechend konservativer Investmentstrategie. Immobilien – und erst recht Immobilien im sicheren Deutschland – gewinnen durch ihre langfristige Haltedauer daher zunehmend an Attraktivität. In diesem Sinne ist es nur logisch, dass das Volumen der Immobilien-Spezial-AIF kontinuierlich steigt. Bei einer Summe von über 40 Milliarden Euro Zuflüssen allein von Januar 2016 bis September letzten Jahres sind kompetente Akteure in der Erstplatzierung sehr gefragt.

Forster: Wir werden angesichts der fortlaufenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auch weiterhin ein Wachstum bei Immobilien-Spezialfonds erleben. Doch die Produkte werden immer diversifizierter. Vormalige Nischen wie Rechenzentren oder Logistik rücken in den Vordergrund. Für eine zufriedenstellende Rendite-Risiko-Allokation sind Dienstleister, die Immobilien-Sachverstand aufweisen und die Bedürfnisse institutioneller Anleger kennen, von enormer Bedeutung.

  1. In Kürze rechnet die REAX mit dem Start ihres zweiten Standbeins, dem Fondsanteilhandel am Sekundärmarkt. Welche Bedeutung messen Sie dem Sekundärmarkt zu und wie möchten Sie sich einbringen?

Forster: Wir haben ja bereits festgestellt, dass das Fondsvolumen für Immobilien-Spezial-AIF weiter steigen wird. Da reden wir nicht mehr von Peanuts. Doch die Exit-Optionen sind aus meiner Sicht bislang unzureichend. Aktuell bin ich als Fondsanteilseigner gleichsam an die Fondslaufzeit gebunden. Doch aufgrund von Uneinigkeit im Anlageausschuss oder einer geänderten Investmentstrategie kann ich mich gezwungen sehen, meine Fondsanteile kurzfristig abzugeben. Dann ist es natürlich ideal, im Sekundärmarkt über einen Vermittler einen anderen Anleger auf der Warteliste für meine Anteile zu haben. Hier schließt die REAX eine Lücke im Markt. Meine Aufgabe sehe ich darin, die REAX in ihrer so wichtigen Funktion als Dienstleister für alle anfallenden Herausforderungen in der Anlagestrategie institutioneller Immobilieninvestoren mit meinen Erfahrungen und meinen Kontakten zu unterstützen.

Pörschke: Es ist für mich völlig eindeutig, dass die Zahl der Unit Deals, also der Umplatzierung von Anteilscheinen, rapide zunehmen wird. Bislang weiß der Markt viel zu wenig darüber, die bisherigen Aktivitäten in diesem Bereich blieben weitgehend unter Verschluss. Doch in den USA gibt es einen seit Jahrzehnten florierenden Sekundärmarkt mit höchster Flexibilität für die Anleger. Die REAX macht nun genau dieses Defizit in Deutschland zu ihrem Geschäftsmodell – eine sehr lobenswerte Initiative, die genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Die Gründungs-Gesellschafter (HIH-Gruppe / IntReal) haben mit der Gründung der REAX und ihrer Starthilfe strategische Weitsicht gezeigt, eine Plattform zu gründen, die auch in fallenden Märkten einen liquiden Markt ermöglicht. Diese Aufstellung mischt sich mit einem erfahrenen Vorstand, bei dem jedes Mitglied mehrere Jahrzehnte Leitungserfahrung auf dem Gebiet der institutionellen Immobilienanlage mitbringt. Ich sehe sehr gute Chancen, dass sich die REAX als Transaktionsbegleiter unabhängig von der derzeitigen Gesellschafterstruktur positionieren wird.  Das sind schlagkräftige Argumente. Auf diesem spannenden Weg möchte ich die REAX gerne unterstützen.

Herr Dr. Pörschke, Herr Forster, wir bedanken uns für das Gespräch.

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